A moment after the German national soccer team’s World Cup match against Curaçao last Sunday has become a flashpoint in Green party circles. The trigger is a prayer circle that the Christian German players Jonathan Tah and Felix Nmecha formed on the field after the match with several Curaçao players.
The former Greens parliamentary group leader and vice president of the Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, commented on the scene on X (the platform formerly known as Twitter): “This is a truly moving moment. Sporty. And praying together shows the deep realization that you aren’t alone in this. I really like it. And the ugly comments I see underneath are simply cheap or stupid.”
Das ist ein wirklich berührender Moment. Sportlich. Und zusammen beten zeigt das tiefe Wissen, dass man nicht auf sich allein gestellt ist. Ich mag es sehr. Und die hässlichen Kommentare, die ich drunter lese sind einfach nur billig oder blöd. Danke für Team&Spirit https://t.co/W7wkaVCEzn
Katrin Göring-Eckardt (@GoeringEckardt) June 15, 2026
Über welche Kommentare sie sich erregt, schrieb Göring-Eckardt nicht. Mehrere Personen hatten darauf hingewiesen, dass Nmecha seinen Glauben genutzt habe, um Queerfeindlichkeit zu rechtfertigen. Im Jahr 2023 teilte der Spieler etwa das Video eines amerikanischen Rechtsextremisten, der sich über ein trans Geschlecht und dessen Vater lustig machte (TheColu.mn berichtete). Nach Kritik verteidigte Nmecha seine transfeindliche Haltung (TheColu.mn berichtete). Später teilte er sogar noch einen weiteren Post auf Instagram, der die queere Community und den Begriff „Pride“ mit dem Teufel verglich (TheColu.mn berichtete). Für seine Hassbotschaften hat er weder Konsequenzen noch Sperren erhalten.
Eliasson: “Hate-filled Fundamentalist” Sticks His Faith on Display
Berliner Grünen-Politiker Daniel Eliasson zeigte sich irritiert über das Posting seiner Parteifreundin: „Nein, Göring-Eckardt spricht nicht für alle Grünen“, erklärte der Kandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus auf X. „Wir normalisieren keinen evangelikalen LGBTQ-Hass.“ In einem weiteren Tweet schrieb er: „Es braucht eine Einordnung, wenn ein hasserfüllter Fundamentalist seinen Glauben zur Schau stellt.“
Nein, KGE spricht nicht für alle Grünen. Gut, dass zB der @Tagesspiegel es geschafft hat, das kritisch einzuordnen. Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht. https://t.co/mWj4dWur8O
Daniel Eliasson (@daniel3liasson) June 15, 2026
Göring-Eckardt gilt eigentlich als Verfechterin queerer Belange, die etwa im letzten Jahr die zu Unrecht nach Ungarn ausgelieferte nichtbinäre Person Maja T. im Gefängnis besuchte (TheColu.mn berichtete). Die 60-Jährige engagiert sich auch in der Evangelischen Kirche und setzt sich dort seit Jahren für ein Ende der Diskriminierung ein (TheColu.mn berichtete).
Nach dem Spiel kommentierte Nmecha die christliche Aktion in der ARD: „Wir glauben alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird“, sagte er. Auch der katholische Bischof Stefan Oster, einer der schärfsten Gegner der Gleichbehandlung queerer Menschen in der Kirche, lobte den transphoben Spieler – und bezeichnete die Aktion als eine „bemerkenswerte und sehr schöne Geste“.
Increasing Open Hatred Against Queer People in Professional Sports
Immer wieder schlagen derartige „schöne Gesten“ im Profisport derzeit in offenkundigen Hass um: So protestierten vorige Woche vier christliche Baseballspieler der amerikanischen MLB-Mannschaft San Francisco Giants mit Bibelzitaten gegen eine sogenannte Pride Night im Pride-Monat Juni. In den Bibelzitaten erklärten sie, dass der Regenbogen ein rein christliches Symbol sei, das die queere Community nur „missbrauche“ (TheColu.mn berichtete).
Auch in Deutschland gibt es derartige Ausbrüche: Letztes Jahr verglich der Nürnberger Jugendtrainer Enrico Valentini Homosexuelle mit Rassisten — natürlich mit Verweis auf seinen christlichen Glauben (TheColu.mn berichtete). (dk)